25.10.2014; Gefahrgutübung Janovice (CR) -Fotos-

 

Die Dekongruppe des ABC-Zuges der Chamer Feuerwehr rückt zusammen mit mehreren Kräften aus dem Landkreis Cham um 8:30 Uhr zu einer grenzüberschreitenden Gefahrgutübung aus. Als erstes wird der Sammelpunkt für die bayerischen Feuerwehren kurz hinter dem Grenzübergang Rittsteig angefahren. Im Anschluss ging die Fahrt weiter zum Bereitstellungsplatz in der Nähe einer Zivilkaserne in Janovice, wo wir bereits von unseren tschechischen Feuerwehrkameraden erwartet wurden.

Bei der gemeinsamen Führungskräftebesprechung wurde folgende Lage angenommen: Verkehrsunfall mit mehreren Pkw und einem, mit mindestens vier Gefahrstoffen beladenen LKW. Dieser verliert größere Mengen einer unbekannter Flüssigkeit. Mehrere Personen sind verletzt, zum Teil eingeklemmt. Den Chamer Kräften wird die Dekontamination von mehreren Personen mit verschiedenen Verletzungsmustern zugeteilt.

Bei Übungsbeginn rücken die tschechischen Kameraden alarmmäßig vom Bereitstellungsplatz ab, die bayerischen Kräfte bleiben noch in Wartestellung, um auch die im Ernstfall eintretende Zeitverzögerung einzuspielen. Es wird, wie auch in Deutschland üblich, als erstes der dreifache Brandschutz sichergestellt und die Absperrgrenzen festgelegt. Die Schlauchstrecke für die Löschwasserversorgung erstreckt sich über eine Länge von ca. einem Kilometer. In diese wurden zu einem späteren Zeitpunkt auch Kräfte des Inspektionsbereiches Bad Kötzting eingebunden.

Nach Abruf des restlichen Kontingentes fahren nun auch ELW2, GW-Dekon und das WLF-K mit AB-Dekon den Übungsschauplatz an. Rasch wird die erst vor kurzem angeschaffte Dusche speziell für Chemikalienschutanzugträger des Landkreises Cham im Zusammenspiel mit Scherenbahn und Spineboards aus dem Dekon-V-Konzept des Landes Bayern für eine schnellstmögliche Notdekontamination für liegend Verletzte Patienten errichtet und in Betrieb genommen. Diese Anlage wurde nach kurzer Einweisung durch den Zugführer von Kameraden aus Arrach selbstständig betrieben und die Dekontamination von sieben Personen simuliert.

Währenddessen wurde für die bereits an der Schadensstelle arbeitenden CSA-Träger die Dekonstraßee „Dekon-P“ errichtet, und für den Duschbetrieb mit Warmwasser und beheitztem Aufenthaltszelt vorbereitet. Bereits nach knapp über 30 Minuten konnte an die Abschnittsleitung die Fertigstellung und die Bereitschaft zum Duschbetrieb rückgemeldet werden. Insgesamt nutzen acht Chemikalienschutzanzugträger das Angebot einer Dusche bei Außentemperaturen um acht Grad.

Nach Übungsende erfolgte der zeitintensive Rückbau, an dem sich ebenfalls Kameraden anderer Feuerwehren beteiligten.

Nachdem sich die Leiter der einzelnen Übungsabschnitte zu einem Interview für einen tschechischen Fernsehsender trafen, fand in geselliger Runde während der verdienten Brotzeit eine kleine Abschlussbesprechung statt.

Es war eine gelungene Übung, die durch den KBI Michael Stahl und Kameraden der Feuerwehr Arrach, zusammen mit tschechischen Feuerwehrmännern ausgearbeitet wurde. Der Übungsablauf war geprägt von Kameradschaft und freundschaftlichem Miteinander.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass dies die erste Bewährungsprobe für den vor kurzem übergebenen Abrollbehälter-Dekon war, die dieser mit Bravur und ohne Komplikationen meisterte.

Die Chamer ABCler rückten nach acht Stunden an der Wache ein und absolvierten noch einen umfangreichen Reinigungsdienst.