Auszug aus der Verordnung:
polverord
Der Löschdienst war nun also zur allgemeinen Bürgerpflicht geworden.
Der Feuersgefahr konnte dadurch natürlich nur bedingt begegnet werden.
Auf die Feuerverhütung wirkten sich diese Vorschriften zum Teil recht segensreich aus; für die praktische Brandbekämpfung selbst waren sie auf die Dauer unzureichend. Die Ursache dieses Versagens lag im System begründet. Es gab zwar ein großes Aufgebot an verpflichteten Helfern, diese aber waren ungeübt, die Anleitung mangelhaft und die Löscheinrichtungen noch nicht genügend technisch entwickelt. Deshalb ging man dazu über, den Löschdienst einer für die Brandbekämpfung geschulten und eingeübten Truppe zu übertragen.
Diese Männer versahen ihren Dienst freiwillig und aus Nächstenliebe. Die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr hatte somit geschlagen.
Diesen Neugründungen stand man damals recht ablehnend gegenüber, denn die Idee der Feuerwehr war ein Bruch mit dem alten System und deshalb zunächst der Obrigkeit, aber auch der Bevölkerung verdächtig. Aber der Bürger- und Gemeinschaftssinn setzte sich immer mehr durch.
So gründeten als erste in Bayern, die Städte Augsburg im Jahre 1849 und Nürnberg im Jahre 1853, eine Feuerwehr. Diesem Beispiel folgten in den Jahren darauf eine ganze Reihe von Städten und Märkten in Bayern.
In der Oberpfalz war es als erste die Stadt Regensburg, die am 20. Januar 1858 eine Feuerwehr ins Leben rief.
Die erste Freiwillige Feuerwehr in unserem Raum wurde am 18. März 1860 in Roding durch den damaligen Landgerichts-Assessor Dr. Gehring gegründet.
Daß man dem Feuerwehrgedanken aufgeschlossen gegenüberstand und.
bestrebt war auch in Cham eine Feuerwehr zu gründen, geht aus den Schreiben vom 23.127. Juli 1861 der kgl. Landgerichte Roding und Cham hervor.

Das
Königliche Landgericht Roding
an das
Königliche Landgericht Cham

Die Errichtung einer Feuerwehr in Cham - betreff.

Auf die schätzbaren Zuschriften vom 18./20. d. Mts. beehrt man sich zu erwidern, daß künftigen Sonntag den 4. August eine Abteilung der hiesigen Feuerwehr der ergangenen Einladung gemäß in Cham nachmittags 2 Uhr eine Hauptübung abzuhalten und deshalb das Ersuchen gestellt wird, die gefällig vom Magistrate Cham zur Verfügung gestellten Transportwägen so abzuordnen, daß dieselben um 10 Uhr vormittags mit der Mannschaft und den Apperaten von hier abfahren können.
Man ersucht dafür Sorge zutragen zu wollen, daß eine Löschmaschine mit 200 fuß Schlauch und der Drük
kermannschaft zur Verfügung stehen und bei der Übung der Platz vor dem Gebäude zur Ausführung der Arbeiten frei bleibt.

Hochachtungsvoll
königl. Landrichter