Vom kgl. Landgericht Cham

Errichtung einer freiwilligen
Feuerwehr in Cham betr.:

Der ergangenen Einladung gemäß wird die Feuerwehr Roding am Sonntag, den 4. August ds. J., Nachmittags 2 Uhr eine große Übung dahier abhalten und hierfür das Kellerhaus (heute Fa. Kappenberger & Braun) des Bierbrauers Hn. Xaver Höchstetter auf dem Steinmarkt bestimmt worden.
Der gegebenen mündlichen Zusicherung gemäß wird der Stadtmagistrat hiermit ersucht, die zum Hinhertransport der Feuerwehrmänner und des Apperates bestimmten 2 Leiterwägen so rechtzeitig nach Roding abzuordnen, daß dieselben Vormittags 10 Uhr in Roding abgehen können
Zugleich wird verfügt für die Rückfahrt der Feuerwehrmänner nach Roding zwei weitere Leiterwägen bereit zu halten und eine Löschmaschine mit 200 fuß Schläuchen vor dem zur Übung bestimmten Gebäude aufzustellen.
Cham, 27. Juli 1861

der kgl. Landrichter

Die Feuerwehrmänner aus Roding kamen daraufhin am 4. August 1861 unter Leitung ihres Gründers Dr. Gehring, nach Cham und führten Lösch- und Rettungsübungen Vor. Dabei zeigte sich die Feuerwehr Roding schon gut geschult und geübt, so daß sie große Anerkennung fand.
Obwohl aufgrund der Vorführung nun allgemein der Wunsch geäußert wurde, eine Feuerwehr ins Leben zu rufen, vergingen noch 3 Jahre bis dieser verwirklicht wurde.
So kamen die Städte Furth i. W., Neunburg v. W. und Viechtach im Jahre 1863 der Stadt Cham noch zuvor.

Der Bürger Karl Denk, war es dann, der die Idee zur Gründung einer Feuerwehr am 5. Februar 1864 wieder aufgriff, und an den Magistrat der Stadt hierzu folgendes Schreiben richtete:

Hochlöblicher Stadtmagistrat Cham

Allenthalben und seit längerer Zeit gibt sich daher das Verlangen kund, daß gleich anderen Städten und Märkten, so auch in der Stadt Cham eine freiwillige Feuerwehr errichtet werden möchte. Einem derartigen Streben verdankt unter anderem die im Jahre 1863 gedruckte "Feuerverordnung für die Stadtgemeinde Cham" ihre Existenz und auch die Anschaffung der beiden neuen Feuerspritzen dürfte in diesem Streben ihren ersten Anstoß gefunden haben.
Im Interesse des allgemeinen Wohles hab ich daher eine Instruktion und Dienstverordnung für eine in der Stadt Cham zu errichtende Feuerwehr ausgearbeitet, aus welcher man gefälligst ersehen kann, welchen Nutzen ein solcher Verein in Zeiten der Feuersnot zu leisten vermag. Ich gebe mir die Ehre diese Dienstverordnung einem hochlöblichen Stadtmagistrate im Originale vorzulegen. Mit dieser Instulation lege ich zugleich eine Berechnung vor, aus welcher zu entnehmen ist, wie hoch die Kosten auf Errichtung einer Feuerwehr annähernd belaufen mögen.
Wenn einerseits zugegeben werden muß, daß Feuerwehr-Vereine in Zeiten der Not und Feuersgefahr von entscheidenden Nutzen seien, so kann auch nicht geleugnet werden, daß deren ins Leben treten nicht ohne namhaften Geldaufwand bewerkstelligt werden kann.
Da sich bis heute noch keine Feuerwehr dahier gebildet hat, mag vernehmlich seinen Grund darin haben, daß man über die Organisation derselben und über den Umfang der Leistungen eines solchen Institutes bisher nicht ganz im klaren gewesen zu sein scheint.
Da überdies in hiesiger Stadt geringe Resultate von Privatspenden für einen solchen Zweck zu hoffen sind, beliebt es lediglich dem weisen Ermessen eines hochlöblichen Stadtmagistrats anheimgestellt, auszusprechen, ob es möglich. sei, dahier eine Feuerwehr zu organisieren.
Sollte sich übrigens die Stimme der gesamten Vertretung hiesiger Stadt in dieser Beziehung bejahend aussprechen, so bin ich gerne erbötig